Auf zum 2. schnellen Lauf in diesem Jahr. Der erste Vorbereitungslauf über 10km im März lief ja ganz gut, ich war nur knapp eine halbe Minute langsamer als beim Wettkampf im letzten Jahr. Heute sollen es aber nur 5 schnelle Kilometer werden, wieso eigentlich?
Mitte Dezember habe ich einen Newsletter von Vicsystem mit dem Titel “Schneller werden“ erhalten. Hier ein kleiner Auszug:
Wer 2010 eine neue persönliche Bestzeit laufen möchte, sei es im HM oder Marathon, der könnte im VICSYSTEM für April einen 5′000m-Haupt-Wettkampf eintragen. Es spielt dabei keine Rolle, ob dieser wirklich stattfindet, Hauptsache, man trainiert bis im April wie ein 5′000m-Läufer. 8 Wochen nach dem (virtuellen) 5′000m-Lauf könnte man einen 10′000m-Haupt-Wettkampf eintragen und dann für September oder Oktober den eigentlichen HM oder Marathon.
Ich bin weder Halbmarathon- noch Marathon-Läufer, aber es kann doch sicher nichts schaden, dass 10km-Trainingsprogramm auf ein 5km-Trainingsprogramm umzustellen. Die Unterschiede: Intervalle waren teilweise kürzer, aber dafür auch etwas schneller zu laufen. Die langen Dauerläufe waren maximal 13km lang (nicht mehr max. 16) und auch mit etwas schnellerer Vorgabe.

Heute stand mein Trainingsprogramm sozusagen auf dem Prüfstand, denn der Tag des 5km-Wettkampfes war gekommen. Vicsystem wollte, dass ich die 5km in 31:05mins absolviere, doch als ich diese Zahl gesehen habe, war mit eigentlich klar, dass ich mir dieses mal meine eigene Vorgabe mache! Ich will die verdammten 5km in Sub30 (weniger als 30mins) laufen – habe ich bisher noch nicht probiert, also auch noch nicht geschafft. Bei 1-2-sports steht eine 30:59 als Durchgangszeit zu buche, aber das war es dann statistikmäßig auch schon.
Kommen wir zum Lauf: 10mins. vorher war ich wirklich nervös, fast wie vor einem Wettkampf, obwohl niemand da ist und ich mir eigentlich den Druck nur selbst künstlich aufbaue, aber ich glaube einen gewissen Druck brauche ich einfach. Kurz vor Ende des Einlaufens startete ich mein iPhone, um mich mit Musik zu versorgen und dann ging es auch schon los:
1.km: Mit einem 5:30er Tempo zu schnell auf den ersten 500m, dann etwas langsamer gelaufen und mit 5:57 beendet.
2.km: Laufe ich genau mit einer Pace von 6:00 und merke schon das es nicht leicht wird, das Tempo zu halten.
3.km: Sandra, die schon vor meinem Einlaufen auf meine “Wettkampfstrecke” gestartet ist kam mir bei der Hälfte ca. entgegen. Ich überholte sie und sie schaut mich prüfend an ob alles in Ordnung ist – ich lächle leicht und schloß den 3.km mit 6:03 ab.
4.km: Die Beine werden schwer und ich fange an zu zweifeln, sehe zwei ältere Leute, die mir entgegen kommen und ich werde automatisch für 200m schneller. Den 4.km laufe ich in 5:49.

5.km: Jetzt kann doch eigentlich nichts mehr passieren? Wer lässt sich denn jetzt noch die Butter vom Brot nehmen? Ich zum Beispiel? Mach 200m merke ich, wie ich immer langsamer werde und mich nicht wirklich wehren kann. Ich lief in einer Kurve und wußte – danach – am Ende dieser Straße ist schluss, die 5km wären dann geschafft. Plötzlich kann ich wieder schneller laufen, ein paar kleine Schlenker mitgenommen und nun sind es noch ca. 200m. Wann fange ich an zu sprinten? Jetzt? In 100m? Los geht’s! Nach ein paar Sekunden schaue ich auf meine Uhr, die ersten 100m sind geschafft, meine Beine werden schlaffer… nur noch 100m durchziehen… GESCHAFFT!
Den letzten Kilometer absolviere ich in 5:45 und laufe die 5km in für mich grandiosen 29:34.

Ich war so froh als ich endlich traben konnte, im nächsten Moment schossen mir schon die Gedanken durch den Kopf, dass ich die gleiche Pace in einem Monat auch über 10km laufen will. Schwer zu sagen, ob das klappt. Wenn nicht, schaffe ich die Sub60 halt in Bremerhaven!